S-Kranich (Globi) HB-330

Es sind jetzt 2007 nur 7 gebaute S-Kraniche bekannt, die 3 bekanntesten:

HB-175 mit Holzfachwerkrumpf, von der SG Olten gebaut, nicht mehr vorhanden.
HB-517, Hersteller nicht bekannt, Eigentümerin ist die SG Dittigen, mit Stahlrohrrumpf, 2007 ausstellungsfähig, grau, nicht flugbereit
HB-330 , Hersteller: Flugtechnische Ausbildungszentrale Belpmoos

 

copyright by Urs Hünerwadel

Weitere Bilder siehe www.wlm-modellbau.de/spalinger/weitere.htm

Typ S-Kranich Immatrikulation HB-330
Entwicklung J.Spalinger Bau Flugtechnische Ausbildungszentrale Belpmoos
Erstflug des Typs 1933 in Olten Gebaute Stückzahl 7
Baujahr 1941 Anzahl Sitze 1
Spannweite 11.00 m Länge 6.25 m
Masse (leer) 179 kg Flügelfläche 16.5 m2
Flügelprofil Flügelstreckung
Rumpf-konstruktion ab 1946
Stahlrohr
Flächen-konstruktion Holz und Sperrholz
Höchst-geschwindigkeit 100 km/h
Beste Gleitzahl 12 Geringstes Sinken
Erste(r) Besitzer Flugschule Birrfeld Lebenslauf siehe unten
Heutige(r) Besitzer Lilly-A. Grundbacher Heimflugplatz
Ende letzte GÜ Stunden / Flüge 229 / 213

Lebenslauf des S-Kranich HB-330, genannt Globi

 

1935 baute die SG-Olten den ersten S-Kranich, HB-171 nach den Plänen von J. Spalinger, datiert 1932. Der Rumpf war aus Holz, offen wie ein Zögling. Spalinger begründete diese Konstruktion so:

 

„So wie der Zögling dem klassischen Gummiseilstart und seinen Forderungen angepasst war, so formte die Windenstartmethode nach und nach unser Winden-Schulflugzeug „Kranich“….

Ein Sprung vom Kranich auf irgendein Leistungsflugzeug gelang immer und in allen Fällen ohne Bruch…..“

 

Das Segelflugzeug HB-330 wurde im Jahr 1941 bei der Flugtechnischen Ausbildungszentrale Belpmoos hergestellt. Der Bau wurde durch den Bauprüfer O. Schurter laufend überwacht.

Die erste Flugprüfung, die ebenfalls durch O. Schurter vorgenommen wurde, ergab starke Schwanzlastigkeit, die durch Einbau von 4 kg Blei in die Rumpfnase behoben werden konnte.

Eine zweite Flugprüfung durch Fluglehrer M. Kramer ergab ein zufriedenstellendes Resultat, woraufhin das Flugzeug zum Schulbetrieb freigegeben wurde.

 

14.8.1941 wurde der HB-330 ins Luftamt-Register eingetragen. Als Eigentümer und Halter war die Segelflugschule Birrfeld, 1943 bis1945 die SG-Brugg.

 

1946 kam anstelle des Holzgitter-Rumpfes ein Stahlrohr- Fachwerkrumpf. Diese Aenderung wurde durch die Herren Nicole und Weber des eidg. Luftamtes geprüft und das Einfliegen besorgte Fluglehrer M. Leder.

 

1946 bis 1948 war Eigentümer und Halter die Sektion Aargau des AeroClubs der Schweiz.

Bis 1952 flog die HB-330 total 2659 Starts mit 87:30 Stunden.

1952 ist das Flugzeug revidiert und neu eingetucht worden.

 

1958 wurde das Flugzeug an die Segelfluggruppe Thermik beider Basel verkauft. Es diente bis 1958 zur Schulung zuerst auf dem Flugplatz Olten, ab 1959 auf dem Flugplatz Porrentruy. Mit dem Kauf von besseren GFK- Flugzeugen war es für die Schüler nicht mehr Pflicht, auf dem S-Kranich die ersten Soloflüge zu machen. Darnach flog niemand mit dem Globi.

1967 hatte HB-330 total 2848 Starts mit 154:31 Stunden im Bordbuch registriert.

A m 27.2.1968 wurde das Flugzeug im Luftfahrts-Register gelöscht.

 

Im Dezember 1994 kaufte B.Wettstein das Flugzeug. Bei einem Hochwasser konnte W. Fahrni das Flugzeug nur vor einem grösseren Schaden retten, indem er die Flügelnasen- Beblankung aufschnitt, um das eingeschlossene Wasser zu befreien.

 

Am 12. März 2007 übernahm L.-A.Grundbacher das unbetuchte Flugzeug ohne Instrumente Nun ist der Globi in der Werkstatt in Grandfontaine JU.

 

 

Grandfontaine, 21. Okt. 2007 Lilly-A. Grundbacher

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Email von Willi Schwarzenbach an Lilly Grundbacher am 9. Jan 2010

Die S-Kranicheinträge habe ich durchgesehen, sie stimmen.Der Oltener Kranich HB-171 wurde nach Hermann Rütschi wohl 1934/35 gebaut und war 8 Jahre lang im Gruppenbetrieb eingesetzt. Buch Rütschi „Segelflug“ 1944 und „Jubiläumsschrift SG Olten“ 1988. Im Aero-Almanach 1943, (Registerstand per 31.12. 1942) ist er nicht mehr aufgeführt und es kann angenommen werden dass er in jenem Jahr kaputt ging.Der Winterthurer HB-221 ist im Aero-Almanach 1937  (Stand 31.12.1936) eingetragen als

„Spa-Opitz (im Bau)“

und wurde in allen folgenden Ausgaben als S-Kranich bezeichnet. Wie weit Spalinger seine Konstruktion mit dem Opitz-Zögling kombiniert hat, weiss ich nicht. Tatsache ist, dass August Hug einen Opitz umkonstruiert hat und dass daraus der „Dreckspatz“ entstand, dies im Rahmen der seinerzeitigen Gruppe Ikatus in Zürich. Der Opitz war sowieso ein etwas fragwürdiger Drachen und war von zu Hause aus viel zu schwanzlastig. Darüber habe ich einige Unterlagen.

Mit Gruss

Willi

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Auszug aus Brief vom 13.12.1982 von Jakob Spalinger an Herman Rütschi.

Frage: wurde aus dem OPITZ ein S-Kranich?

…Ich habe mich überlegt, wie begann es eigentlich mit der Segelfluggruppe Mittelland für mich. Ich erinnere mich, dass ich mich eines Tages auf den Weg zu euch (in Olten) machte, irgendwo von einem Motorfahrer abgeholt und auf den Brunnersberg gebracht wurde. Leider kam ich zu spät. Der „Opitz“ war wenige Minuten zuvor zum Bruch gegangen. Leitwerkträger und Sitzteil waren zerstört. Flügel und Leitwerk sahen noch brauchbar aus. Du hast mir dann die Rolle des Helfers zugewiesen.

Als erstes ging ich in eine Buchhandlung und entstand mir den Band 107 der Sammlung „Spiel und Arbeit“ von E. Opitz. Ich versuchte dann auf dem Papier einen vernünftigen Kompromiss zu den vorhandenen Flügeln und Leitwerk zu finden. Du hast es dann mit deinen Helfern gebaut und geflogen. Irgendwann wurde dann ein Flügel stark beschädigt. Man entschloss sich, auf die 12 m Flügel zu verzichten > neue 11 m Flügel und ein besseres Leitwerk zu bauen. So wurde aus dem „Opitz“ der „Kranich“. Aber zu jener Zeit war ich dann schon öfters in Olten anzutreffen.

Gewiss wäre es möglich, anhand der alten Briefe, die zwischen uns gewechselt wurden, die Geschichte zu rekonstruieren. Aber ich vermute, dass das niemanden mehr interessiert…….