Hütter H-28 HB-223



Die Hütter H28- Familie

Konstrukteur: 1936 W. Hütter Salzburg A
Es sind 2007 nur sechs einmal flugfähige Hütter H28 bekannt:

HB-321, H28-2: Hersteller:…. in Rheineck CH,

Erstflug 1937 2007 nicht flugbereit in einem Hangar in Rodesien

HB-223, H28-2: Hersteller: F.Ruprecht in Rheineck CH

Erstflug Okt.1937, heutige Besitzer Lilly-A. Grundbacher,
2007 nicht flugbereit in Thunstetten CH

D-15-944, H28-3 Nur Fotos aus dem Jahr 1939 vorhanden

OK-…, H28-2: Hergestellt in Tschechien,

1939 bei einem Moldau-Hochwasser zerstört

OY-DOX, H28-2: Hersteller: Carl Johansen 1943 in Dänemark,

Wurde zugelassen für eine Maxalgeschwindigkeit von 250 km/h
Hatte an der Weltmeisterschaft 1951 teilgenommen
2007 nicht flugbereit in der USA

D-8223, H-28II „Kurier“: Hersteller Werner Kaluza, Warburg D

 Baujahre: 1996 bis 2002, Erstflug im 11.Okt.2003

Seit dem war Werner mit dem Hütter H-28II an vielen Segelflug- Oldtimertreffen beteiligt, auch in Italien. Auch an vielen Flugtagen in ganz Deutschland konnte man sein wunderschönen D-8223 bewundern. Wir hoffen, dass wir dieses Flugzeug noch manche Jahre in der Luft sehen dürfen.

GB-HJM, H28-2: Hersteller:…. in England

Baujahr 2002, Zulassung wurde verweigert.
2007 nicht flugtauglich

Weitere Bilder siehe unter www.wlm-modellbau.de/huetter28/original.htm

Typ Hütter H-28 Immatrikulation HB-223
Entwicklung W. Hütter Bau F. Ruprecht in Rheineck CH
Erstflug des Typs Okt. 1937 Gebaute Stückzahl 6
Baujahr 1936 / 37 Anzahl Sitze 1
Spannweite 12.00 m Länge 4,8 m
Masse (leer) 105 kg Flügelfläche 8.5 m2
Flügelprofil Gö 533, Gö 532 Flügelstreckung
Rumpf-konstruktion Holz und Sperrholz Flächen-konstruktion Holz
Höchst-geschwindigkeit 170 km/h
Beste Gleitzahl 28 Geringstes Sinken
Erste(r) Besitzer Lebenslauf siehe unten
Heutige(r) Besitzer Lilly-A. Grundbacher Heimflugplatz
Ende letzte GÜ Stunden / Flüge 229 / 213

 

Der HB-223 wurde von Herrn F.Ruprecht in Rheineck hergestellt. Die Fertigprüfung erfolgte durch den AeCS am 3.10.1937 in Rheineck. Im Bordbuch ist für 1946/47 die erste Eintagung von 50 Starten und 24 Flugstunden.

Am 20.April 1957 machte Eugen Aeberli den Erstflug mit der H28 in Locarno. Am 9. April ein Streckenflug von Spreitenbach nach Colombier mit 120 km. Bis 59 waren Eugen und Egon Polla ein Team, besuchten verschiedene Lager, so auch:

– An Ostern 1957, am 20.4.57 nach Magadino in den Süden der Schweiz. Wer kennt die bekannten Bilder nicht? Mit dem vollständigen Hütter H28 auf dem Autodach (VGC News No.107 Winter 2002 P.11).

– Und am 13.07.57 nach Samedan, zusätzlich mit einem K2 auf einem Anhänger, Kupplung an die Stosstange angeschweisst (VGC News No. 108 Spring 2003 P.17).

– Am 4.9.58 nach Mollis, am 31.8.59 nach Bad Ragaz….

Im Sommer 1957 wurde Egon von Sepp Widmer geschleppt. In einer Böe schlug er den Kopf an die Haube, die wegflog. Sepp beobachtete den Abwurf, Egon klinkte und das Schleppflugzeug flog in einer Steilspirale der Haube nach. Sepp konnte den Fundort, eine Wiese, genau beschreiben. Sie wurde wieder gefunden, defekt mit allen Instrumenten daran. Egon änderte darauf das Flugzeug. Er erhöhte die Haube um 4 cm und montierte die Instrumente vor die Haube.

Egon flog 1957 bis 1959 mit dem HB-223 insgesamt 25h22, bis er aus beruflichen Gründen nicht mehr mitmachen konnte.

Nach Eintrag in den Flugzeugpapieren wurde HB-223 im Privat- und Gruppenbetrieb bis am 22.10.1965 in Spreitenbach eingesetzt.

Lehrlinge von Eugen durften dann mit dem HB-223 im Birrfeld fliegen. So auch 1965 Röbi (Robert Jetzer). Bei einem Streckenflug flog er bei Moutier BE in einen Obstgarten und demolierte dabei die Flugzeugnase. Ruedi Sägesser musste die Nase sofort flicken. Er hatte keine Zeit, die Sperrholzteile schön zu formen. Seither ist die Nase nicht mehr perfekt.

Nachher Verkauf nach Lausanne.

Am 21.10.1970 von Amtes wegen im schweizerischen Luftfahrzeugregister gelöscht.

Wiedereintragung ins Register am 26.4.1972 auf den Namen „Old Timer-Club Zürich“. Nur Eugen Aeberli und Benno Luethi als Mitglieder. Den Hütter H28 holten sie in Lausanne ab. Er stand auf einer Heubühne.

Eugen flog den HB-223 oft, so auch am VGC-Oldtimertreffen im Juli 1975 in Gruyère. Aufgefallen war der HB-223 Anfangs Juni 1974 auf der Wasserkuppe, wo Eugen mit 6 Flügen 10 Stunden flog.

Nach den letzten Flügen 1975 hatte das Flugzeug 213 Flüge und 229 Flugstunden auszuweisen. Letzte Zustandsprüfung war am 13.11.76.

 

1986 wurde die HB-223 stillgelegt.

1986 verkaufte Eugen die HB-223 an Max Dätwyler, einem Industriellen im Oberaargau. M. Dätwyler und W. Hütter kannten sich seit nach dem Krieg, als Dätwyler in Deutschland Segelflugzeuge schleppte – den Deutschen war ja Motorflug für einige Jahre verboten. Der Kontakt zwischen Max Dätwyler und Wolfgang Hütter erneuerte sich anlässlich der Vorbereitungen für den Serienbau des MD-3 Swiss Trainers, weil Dätwyler dafür auch die konstruktiven Erfahrungen Hütters zurückgreifen wollte und Wolfgang Hütter ihn deshalb häufiger besuchte. Damit war die H 28 als früheste eigenständige Konstruktion Wolfgang Hütters für Max auch emotional besonders interessant. Max plante ein Flugzeugmuseum zu erstellen – ein Projekt, an dessen Realisierung nach seinem Tod im Jahr 2005 nun sein Sohn Peter arbeitet. Dafür scheint der Hütter 28 ein geeigneter Publikumsmagnet. 1993 brachte Max den HB-223 nach Friedrichshafen zur Aero-Ausstellung. Vorher musste Ruedi Sägesser den Flügel teilweise neu bespannen. Dort war der HB-223, nur mit Spannlack gestrichen, zu sehen.

 

Im April 2001 verschenkte Max den HB-223 an Lilly-A. Grundbacher. Es lag Max am Herzen, dass Lilly das Flugzeug in Ruedi Sägessers Werkstatt wieder fliegbar macht. Ruedi aber verkaufte seine Werkstatt im April 2004 einem Erbberechtigten (Ruedi verstarb im März 2005). Peter Dätwyler beschwerte sich, dass sein hochbetagter Vater den HB-223 verschenkt hatte und konnte sich mit Lilly dahingehend einigen, dass der Segler wieder in den Besitz der Familie Dätwyler übergeht, sobald Lilly keinen gültigen Segelflugausweis mehr hat. Lilly kaufte Ende 2004 ihre neue Werkstatt in Grandfontaine, die vor weiteren grossen Arbeiten an Flugzeugen umgebaut werden muss. Aus Aspekten der Sicherheit und Lagerplatz kam man überein, dass die HB-223 bis zum Beginn der Arbeiten bei Peter bleibt.

 

Vorabklärungen bei Werner Kaluza zeigten, dass die Kaltleimstellen der HB-223 teilweise nicht mehr haltbar sind. Es ist zu befürchten, dass die Restauration arbeitsaufwendiger wird als ursprünglich angenommen. Lilly ist zuversichtlich auch dieses Problem ab 2009 bewältigen zu können.

 

Grandfontaine, 14. Okt.2007 Lilly-A. Grundbacher